Rebveredelung der Genossenschaftskellerei

Klonbeschreibungen (Stand 2014)

Die Klonenbezeichnung WVW H …. oder HN. , bezieht sich auf Klone, die hier, in der Region Heilbronn züchterisch bearbeitet werden. In den 70 er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden bei allen hier wichtigen Sorten, z.T. bis zu 50 Klone aus ganz Deutschland gesammelt und hier am Standort angepflanzt. Durch intensiver Beobachtung und Klonenaufbau sind meist zwischen 4 und 6 neue Klone übrig geblieben. Die Optimierungen am Standort führte zu leistungsstarken Weiterentwicklungen für die Region, aber, wie sich z.B. bei der Sorte Muskateller zeigt, für ganz Deutschland. Ebenso wie der Rieslingklon HN 83, nahezu ganz aus dem bewährten Klon Riesling 239 Gm aufgebaut, eine Verbesserung der Leistungsdaten: hoher Ertrag bei gleich bleibender Qualität.
Sie finden außerdem alle sonstig bewährten Sorten und Klone, natürlich auch die so genannter „Weltsorten“

 

 

Riesling

H83 H83

Riesling

Klon HN 83 (Züchter ist die Genossenschaftskellerei)

Selektionsziele: Blühfestigkeit sowie Mostgewichts- und Ertragsstabilität,
Im Laufe der Züchtung ist es in den letzten Jahren gelungen, einen Klon aufzubauen, der trotz guter Ertragsleistung ein enormes Qualitätspotential aufweist. Bei gleichem Mostgewicht zeigen sich oft 10-15 % höhere Erträge. Der Trauben ist geschultert aber normal gepackt. Die Weine sind jugendlich, frisch und überzeugen durch ihre fruchtige Art.

HN 99 HN 99

Riesling

Klon HN 99 - stabil NEU! (Ab 2017 erhältlich)

Bei dem HN 99-stabil handelt es sich um eine Weiterentwicklung des HN 83. In mehreren Anlagen wurde über 7 Jahre hinweg, bei den 6 Klonen der Genossenschaftskellerei, schwerpunktmäßig auf Botrytis und Mostgewicht bonitiert. Dabei hat ein Einzelstock, der HN 99, herausgestochen. In 6 von sieben Jahren zeigte sich keinerlei Botrytis. Jedes Jahr wurde mit einem weißen Selektionsband markiert (auch in den Fäulnisjahren 2013 und 2014). Ebenso scheint das Mostgewicht etwas höher. Der HN 99-stabil vereint somit die hohe Zuckerleistung und Ertragsstabilität des HN 83 mit einer etwas höheren Botrytisfestigkeit. Der Ausgangsstock ist sowohl virus-, als auch maukegetestet.

HN 93 HN 93

Riesling

Klon HN 93 - noblis NEU! (Ab 2017 erhältlich)

In einer Vergleichsanlage mit 45 verschiedenen Rieslingklonen wurde, in vierjähriger Beobachtung, ein Einzelstock gefunden, der durch seine lockere Traubenstruktur und kleinere Trauben auffällt. Durch seinen mittleren Ertrag und dadurch bedingt höheren Mostgewichts, eignet er sich hervorragend zur späteren Lese bzw. Produktion vom Premiumweinen. Auch hier ist der Urpsprungsstock virus- und maukegetestet.

We 29

Riesling

Klon HN 25 - veteris NEU! (Ab 2021 erhältlich)

Rebschulleiter Wolfgang Keicher hat am Weinsberger Burgberg aus einer fast einhundert Jahre alten Rieslinganlage ein Rieslingklon selektioniert. Zusammen mit einer Virustestung haben wir die Reben auf den o.g. Klon dezimiert. Die Traubenstruktur des Ausgangsstockes ist klein, gedrungen und locker, fast ohne Schultern. Dadurch kann der Riesling auch erst beim ereichen der pysiologischen Reife geerntet werden. Der Klon kann in Verbindung mit unserem »Triebwerksriesling« als Typ »Alte Rebe« vermarktet werden und wird auch an Privatkunden abgegeben.

Riesling

Klon Fin 356

Beim Riesling haben wir exclusiv ab 2017 den Klon Fin 356 in der Vermehrung, der durch sein ausgeprägtes blumiges, fruchtiges Pfirsicharoma besticht.

We 29

Riesling

Klon We 29

Der We 29 ist ein Weinsberger Klon, der durch einen etwas geringeren Ertrag, bei minimal höherem Mostgewicht heute durchaus wieder Berechtigung hat. Bei Fachverkostungen hat er häufig sehr gute Bewertungen. Auch von diesem Klon befinden sich bereits weitere Sub-Klone im Aufbau, deren Traubenstruktur noch etwas lockerer ist.

We 158

Riesling

Klon We 158

Der Klon We 158 ist sehr ertragsstabil. Die Trauben sind im Vergleich zum We 29 stärker geschultert und zeigen etwas höhere Erträge auf, ähnlich dem HN 83 aber etwas geringer. Das Mostgewicht ist dennoch fast gleich. Die Traubenstruktur ist etwas kompakter.

Riesling

Klon N 90

Bei dem Klon N 90 handelt es sich um einen Klon aus dem Rheinland mit einem mittleren bis hohen Ertragsniveau, der dem We 158 ähnelt, eine aber etwas lockerere Traubenstruktur aufweißt. Das Mostgewicht ist ähnlich.
Der Weintyp ist hier eher schlank und filigran.

Klonvergleich Riesling
Bei dem Diagramm bezieht sich der Ertrag auf %-Abweichung von der Vergleichssorte. Das Mostgewicht wird in °Oe angegeben, der Fäulnisanteil in Prozent. Die Leistungsdaten stammen ausschließlich aus unseren Klonenvergleichsanlagen. Bewertung und Messungen erfolgen unmittelbar vor der Lese.
Ruländer (Grauburgunder)

HN 3

Ruländer (Grauburgunder)

Klon HN 3

Der Klon HN 3 hat seinen Ursprung in Südbaden (Hauser), ist aber in Heilbronn über lange Jahre hinweg mit vier weiteren Klonen züchterisch bearbeitet worden.
Die Trauben sind insgesamt kleiner, haben keine Schultern und auch kleinere Beeren. Durch die kleineren Beeren ist der Beerenhautanteil relativ hoch, was fruchtige, sortentypische Grauburgunder ergibt. Der Ertrag bewegt sich in der oberen Mitte.

Fr 2002 und 2003

Ruländer (Grauburgunder)

Fr 2003

Bei den Freiburger Ruländern haben wir uns für die Klone Fr 2002 und 2003 entschieden. Der Klon 2003 hat etwas geringere Erträge. Dafür ist das Mostgewicht höher.

Cl 457

Ruländer (Grauburgunder)

Cl 457

Noch geringere Erträge, kaum Fäulnis und ein hohes Mostgewicht bringt der französische Klon Cl. 457. Ob die Erträge ausreichend sind wird sich noch zeigen.

Cl 457

Ruländer (Grauburgunder)

1-31 GM

Seit einigen Jahren gibt es auch von Geisenheim einen lockeren Grauburgunder. Der Ertrag ist hoch. Wegen der späten Reife sollte er erst ab Ende der Frühlese geerntet werden

Klonvergleich Riesling
Bei dem Diagramm bezieht sich der Ertrag auf %-Abweichung von der Vergleichssorte. Das Mostgewicht wird in °Oe angegeben, der Fäulnisanteil in Prozent. Die Leistungsdaten stammen ausschließlich aus unseren Klonenvergleichsanlagen. Bewertung und Messungen erfolgen unmittelbar vor der Lese.
Weißburgunder

Fr 70

Weißburgunder

Klon Fr 70

Der Klon Fr 70 hat bei zahlreichen Freiburger Versuchen durchschnittlich das höchste Mostgewicht aufgewiesen.
Der Ertrag ist leicht vermindert. Er ist mehr der gelbliche Typ des Weißen Burgunders.

 

Bild: Klon Fr 70

Fr 70

Weißburgunder

Klon Fr 2101

Die Traubenstruktur ist nicht ganz so locker. Der Ertrag ist etwas höher. Das Mostgewicht ist nahezu gleich.

Fr 70

Weißburgunder

Klon N 81

Beim Klon N 81 zeigt sich insgesamt etwas lockerer. Die Botrytisfestigkeit ist geringfügig höher. Ansonsten zeigen sich nahezu gleiche Eigenschaften wie beim Fr 70.

Chardonnay

Dreher 263H83

Chardonnay

Klon DR 263

 

Beim Chardonnay sind die Dreherklone die wohl verbreitesten in unserem Raum. Zahlreiche Klonenvergleiche zeigen, wie vielseitig die Klone dieser Sorte sind. Durch die individuelle Kombination zweier Klone kann schon im Weinberg der Grundstein für einen bestimmten Weintyp gelegt werden.
Wir haben unseren Schwerpunkt auf den Klon Dr 263 gelegt, der bei mittlerem Ertrag und geringerer Botrytisanfälligkeit ein gutes Mostgewicht aufweist.

 

Bild: Chardonnay Klon Dreher 263,
Konsistenz ähnlich Frankreich Cl. 76

Dreher 263H83

Chardonnay

Klon CI 76

 

In jüngster Zeit zeigt sich auch eine gewisse Nachfrage nach guten franz. Klonen mit mittlerem Ertragspotential und sehr guter Qualität. Wir haben deshalb den Klon 76 mit etwas geringeren Schultern in die Vermehrung mit aufgenommen.

Der Klon muss vorbestellt werden.

Silvaner

We 88

Silvaner

Klon We 88

Die Silvaneredelreiser liefert die LVWO Weinsberg. Dabei wird der Qualitätsklon We 88 veredelt, der deutlich höher im Mostgewicht ist.

Müller-Thurgau

Fr 3

Müller-Thurgau

Klon Fr 3

Beim Müller-Thurgau sind früher im Raum Heilbronn eigene Klone aufgebaut worden. Jetzt haben wir auf den robusten badischen Klon Fr 3 zurückgegriffen.

Kerner

Kerner

Kerner

Klon We 1

Die Kerneredelreiser We 1 stammen in jüngster Zeit ausschließlich von der Rebzüchtung Weinsberg. Ertragsstabilität, Gesundheit und Lockerbeerigkeit stehen im Vordergrund. Wir veredeln grundsätzlich die neueren Typen der Selektion Leimbrock.

Klonvergleich Kerner
Bei dem Diagramm bezieht sich der Ertrag auf %-Abweichung von der Vergleichssorte. Das Mostgewicht wird in °Oe angegeben, der Fäulnisanteil in Prozent. Die Leistungsdaten stammen ausschließlich aus unseren Klonenvergleichsanlagen. Bewertung und Messungen erfolgen unmittelbar vor der Lese.
Gelber Muskateller

Fr 69-5 HNH83

Gelber Muskateller

Klon Fr 69-5 HN und Fr 69-3 HN NEU!

Der Muskateller wird in Heilbronn schon lange züchterisch bearbeitet.
Sehr schnell zeigte sich, dass der gelbe Muskateller im Vergleich zum Roten Muskateller
aromatischer und qualitativ hochwertiger war.
Der Klon Fr 69-5 HN ist sehr ertragsstabil, die Traube walzenförmig, normal gepackt und etwas kürzer. Hier zeigt sich ganz deutlich eine ca. 15-20 % höhere Botrytisfestigkeit im Vergleich zu den beiden Freiburger Klonen Fr 90 und 94. Höher auch als beim Weinsberger We H 1. In den vergangenen Jahren war beim Fr 69-3 HN der Fäulnisgrad, bei gleichem Mostgewicht, sogar noch etwas geringer. Der Klon scheint noch etwas lockerer.
Wir wollen diesen Klon deshalb zukünftig mehr bei Veredelung berücksichtigen. Der Klon Fr 69-3 ist vorläufig aus phytosanitären Gründen nicht verfügbar. Ab 2021 haben wir wieder Vermehrungsanlagen.

Von der LWO wird ein neuer Klon, der We H2 aufgebaut. Er hat die gleichen Kriterien, wie der We H1, ist aber etwas bukettbetonter.

Klonvergleich Muskateller
Bei dem Diagramm bezieht sich der Ertrag auf %-Abweichung von der Vergleichssorte. Das Mostgewicht wird in °Oe angegeben, der Fäulnisanteil in Prozent. Die Leistungsdaten stammen ausschließlich aus unseren Klonenvergleichsanlagen. Bewertung und Messungen erfolgen unmittelbar vor der Lese.
Traminer/Gewürztraminer

N 21

Traminer/ Gewürztraminer

Klon Fr 46-106

Der Fr 46-106 ist einer der Qualitätsklone aus Freiburg. Dabei fällt er durch seinen geringeren Ertrag und ein sehr hohes Mostgewicht auf. Die Traubenform ist locker- mittel, leicht geschultert ohne nennenswerte Achseln. Der Wein hat ein feines, dezentes Sortenbukett, eine geringe Säure und hohe Qualität.

Fr 46-106

Traminer/ Gewürztraminer

Klon N 21

Beim Klon N 21 sind die Säurewerte um etwa 1g/l höher. Auch färbt er insgesamt gleichmäßiger rot.

Sauvignon Blanc
Typ 530

Sauvignon Blanc

Klon 530

Der Klon 530 reift einige Tage früher und ist somit auch für etwas geringere Lagen geeignet. Außerdem zeigt er mehr das Südfrüchtearoma.

Typ 242

Sauvignon Blanc

Klon 242

Der Klon 242 zeigt mehr den Spargel- oder Brenneseltyp.

Typ LB 50

Sauvignon Blanc

Klon Lb 36, Lb 50

Außerdem veredeln wir noch die beiden Südtiroler Klone Lb 36 und den ertragsschwächeren Lb 50. Diese sind eher neutraler im Geschmack.

Typ LB 50

Sauvignon Blanc

Klon 108

Der Klon 108 aus Frankreich wird als Duftklon beschrieben. Das Südfruchtaroma ist ausgeprägter. Die Traubenstruktur ist etwas kompakter.

Spätburgunder

WVW H 40 WVW H 40

Spätburgunder

WVW H 40 (ehemals Klon Sel HN)

Die Traube ist nicht so geschultert wie beim Klon Fr 52- 86 und normal gepackt.
Die Erträge sind hoch bei durchaus gutem Mostgewicht.
Der Klon wurde lange Zeit von uns am meisten vermehrt und galt als Standartklon in unserer Region. Momentan besteht keine Nachfrage.

 

Beide Bilder: WVW H 40

H83 H83

Spätburgunder

WVW H 41 Neu!

Bei dem Qualitätsklon Pinot 777 sind die Selektionsarbeiten für neue Subklone soweit fortgeschritten, dass Pflanzgut in geringem Umfang zur Verfügung steht. Der Klon läuft bei uns vorläufig unter der Bezeichnung WVW H 41.
Die Traube ist insgesamt kleiner, hat kaum Schultern und kleinere Beeren. Der Ertrag ist 15-20% geringer und bringt 2-4 °Oe mehr. Im Versuch wurde, aufgrund der härteren Schale, eine deutlich geringere Botrytisanfälligkeit als beim 777 nachgewiesen.
Bedingt durch den höheren Beerenhautanteil ergibt der WVW H 41 farbkräftige, körperreiche Rotweine. Neben der leichten Mandelnote kommen hier auch Atribute, wie Kirsche und Rote Johannisbeere zur Geltung, die sich auch hervorragend für den Barriqueausbau eignen.

Ähnlich, aber noch geringer im Ertrag sind die beiden Geisenheimer Klone 20-19 und 20-13 em.

 

Beide Bilder: WVW H 41

Spätburgunder

Klon Frank 105 S

Der Klon ist zwar ein normaler Burgunderklon, aber dennoch seit Anbeginn durch seine Lockerheit und Botrytisfestigkeit aufgefallen. Das Mostgewicht ist etwas höher. Seine Beerengröße ist burgundertypisch, aber nicht besonders kleinbeerig.

Fr 1801

Spätburgunder

Klon Fr 1801

Der Klon Fr 1801 ist ein neuer mischbeeriger Klon aus Freiburg. Die Erträge sind durchschnittlich-hoch, bei sehr gutem Qualitätsniveau. Durch die Mischbeerigkeit ist der Klon weniger bortrytisanfällig.

We M 242 We M 242

Spätburgunder

We M 242

Durch die lockerbeerigen Trauben ist er weit weniger botrytisanfällig als die traditionellen Spätburgunderklone. Die Trauben sind etwas mehr geschultert. Der Reifezeitpunkt ist später im Vergleich mit dem normalen Spätburgunder. Die Trauben bleiben aber gesund. Die späte Lese (mit Lemberger) kann sehr hohe Mostgewichte erzielen.
Die Weine sind farbintensiv und kräftig. Der We M 242 tendiert etwas mehr zu einem Qualitätsklon bei geringerer Säure. Trotzdem ist er bei den lockerbeerigen Burgundern am ertragsstabilsten.

 

Beide Bilder: We M 242

We M 171

Spätburgunder

We M 171

Bei diesem Klon ist das Mostgewicht etwas höher, dafür aber auch die Säure. Durch kürzere Traubenstiele ist er nicht ganz so botrytisfest.

WVW H 42 L

Spätburgunder

Klon WVW H 42 L Neu!

Der Klon WVW H 42 L ist ein Marienfeld-Typ, hat also längere Traubenstiele. Die Bortrytisanfälligkeit ist deshalb sehr gering. Die Trauben weisen erstaunlicherweise bedeutend weniger ausgeprägte Schultern auf.
Bei zeitgleicher Spätburgunderlese ist die Qualität vergleichbar, bei später Lese allerdings deutlich höher. Der Ertrag ist normal-hoch. Der Klon wurde hier am Standort Heilbronn entdeckt und züchterisch aufgebaut.

Bei der Auswertung des nachfolgenden Diagramms wurden die Erntedaten sowohl bei den klassischen Spätburgundern, als auch bei den Marienfeldtypen jährlich am gleichen Tag erfasst.

 

Klonvergleich Burgundersorten
Bei dem Diagramm bezieht sich der Ertrag auf %-Abweichung von der Vergleichssorte. Das Mostgewicht wird in °Oe angegeben, der Fäulnisanteil in Prozent. Die Leistungsdaten stammen ausschließlich aus unseren Klonenvergleichsanlagen. Bewertung und Messungen erfolgen unmittelbar vor der Lese.
Clevner

Clevner

Klon WVW H 44 (ehemals Klon Sel HN)

Der Clevner ist eine Heilbronner Spielart des Spätburgunders. Er ist ein reiner Qualitätsklon, der im Mostgewicht ca. 5-7 Grad höher liegt. Der Reifezeitpunkt liegt beim normalen Spätburgunder. Arbeitswirtschaftlich von Vorteil ist der aufrechte Wuchs, der einen geringen Aufwand bei den Laubarbeiten zur Folge hat. Die Trauben sind ungeschultert und walzenförmig. Die Beere ist klein.

Samtrot

WVW-H47_1 WVW-H47_2

Samtrot

Klon WVW H 47 (ehemals Klon Sel HN)

Der Samtrot ist eine Mutation aus dem Schwarzriesling, gilt aber als Spätburgunderklon. Entdeckt wurde er vom Heilbronner Weingärtner Hermann Schneider zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Qualität ist ähnlich hoch wie beim Clevner.
Die Trauben sind etwas lockerer mit kleinen Schultern. Der Wein ist samtig und weich.

 

Beide Bilder: WVW H 47

Schwarzriesling

Schwarzriesling Schwarzriesling

Schwarzriesling

Klon We 292 und We 273

Beide Klone fallen durch ihre mittleren Ertrag und die hohe Qualität auf. Reife, Trauben- und Beerengröße sind durchschnittlich. Auffallend ist der gleichmäßige Wuchs. Die Botrytisanfälligkeit ist etwas geringer.

 

Bild links: We 273
Bild rechts: We 292

Schwarzriesling

Klon We 266

Der Ertrag ist hier geringer, gleichzeitig steigt die Qualität. Die Reife ist sehr gleichmäßig, Trauben- und Beerengröße etwas kleiner. Der Klon neigt etwas zur Botrytisanfälligkeit.

Schwarzriesling

Klon We 271

Dieser Klon ähnelt dem We 266, ist dabei aber nicht so kompakt aber etwas mehr geschultert. Der Ertrag ist hier deutlich höher.

Blauer Trollinger

Trollinger WVW17 und WVW18

Blauer Trollinger

Klon WVW 17

Ein Klon des Weinbauverbandes Württemberg, der durch kleinere Trauben und Beeren hervorsticht. Der Ertrag ist etwas geringer, die Farbe gleichmäßiger.

 

Bild: WVW 17, WVW 18 und WVW 20

 

 

Blauer Trollinger

Klon WVW 18

Ähnlich dem WVW 17 - insgesamt etwas unruhiger. Aus der Praxis wird immer wieder betont, dass die Extraktwerte um ca.1g/l höher sind.

WVW15

Blauer Trollinger

Klon WVW 15 Neu!

Der Ertrag ist hier ca. 15-20 % geringer und passt dadurch ideal in das heutige Erzeugerschema. In normalen Jahren muss weniger ausgedünnt werden. Das Mostgewicht liegt ca. 2–3 °Oe über dem Durchschnitt. Die Trauben sind tendenziell herzförmig-rund. Dadurch neigen sie weniger zur Stiellähme. Das färben der Trauben erfolgt bei diesem Klon ca. 4-6 Tage früher im Vergleich zu anderen Trollingerklonen.

 

Bild: WVW 15

Blauer Trollinger

Klon We 4-7

Wegen seiner relativen Konstanz in Ertrag und Qualität wird dieser Klon noch vermehrt, ist aber vor allem wegen der höheren Erträge kaum noch nachgefragt.

senkrecht wachsende Trollinger

Blauer Trollinger

Klon We S1, S3 und S 5 Neu!

We S 1 und We S 3 sind senkrecht wachsende Klone mit ähnlichem Ertrags- und Qualitätsniveau wie gängige Trollingerklone. Außerdem scheinen Sie weniger Geize zu bilden.
Der Wein ist bisher vielversprechend muss aber noch weiter beobachtet werden.
Beim Klon We S 5 handelt es sich um einen eigenständigen Klon, der nicht zusammen mit dem S1 und S 3 aufgebaut wurde.
Der Ertrag ist höher, der Wein trotzdem kräftiger und auch die Farbe intensiver. Das Mostgewicht fällt ab.

 

Bild: Senkrecht wachsende Trollinger vor dem ersten Heften

Klonvergleich Trollinger
Trollinger Straight

Blauer Trollinger

Trollinger WK I-Straight

Rebschulleiter Wolfgang Keicher, arbeitet an einem senkrechten Trollinger mit kürzeren, herzförmigen Trauben, der aus einer 30 Jahre alten Anlage im Erlenbacher Schemmelsberg herausgelesen wurde. Die Trauben zeigen eine frühere Färbung. Der Ertrag bewegt sich eher im unteren Trollingermittel. Die runderen, kürzeren Trauben wirken sich, aufgrund der geringeren welken Spitzen, positiv auf das Mostgewicht aus. Die Reben der ersten Vorstufeanlage sind virus- und maukegetestet.

Neben der LVWO Weinsberg beschäftigen sich auch private Züchter (E. Döbler), sowie der WVW Württemberg mit dem Aufbau senkrechtwachsender Trollingertypen.

 

Lemberger

Lemberger

Lemberger

Klon WVW H 84

Von den drei Heilbronner Klonen ist uns nur noch der WVW H 84 erhalten geblieben. Ähnlich dem WVW 74 ist der Trauben etwas kürzer und neigt somit weniger zur Stiellähme.
Die Schultern sind nicht so ausgeprägt und wuchtig, wie z.B beim Elite. Es handelt sich bei diesem Klon noch um einen traditionellen Lemberger.

Lemberger

Lemberger

Klon WVW 74 und WVW 71

Beide Klone des Weinbauverbandes. Hier ist die Traube selbst nicht mehr so lange und etwas gedrungener. Beim WVW 74 ausgeprägter.

Lemberger

WVW 72

Dies ist ebenfalls ein Weinbauverbandsklon allerdings mit größeren, längeren und geschulterten Trauben.

Lemberger

Klon We Elite

Der Klon We Elite ist ein ertragsstabiler Klon, der dem WVW 72 ähnelt.

Lemberger

Klon We 379

Dieser Weinsberger Klon hat ein geringeres Ertragspotential im Vergleich zum Klon We Elite. Der Klon ist in Württemberg nicht mehr in der Vermehrung.

Neue Klone im Aufbau

Mittlerweile sind neuere Klone im Aufbau, die insgesamt vitaler sind. Die Laubfärbung im Herbst ist gelb anstatt rot. Nach der Veredelung sind die Klone virusfrei, können aber ebenso wie früher, an verseuchten Standorten, wieder infiziert werden. Da es noch kaum Erfahrungen gibt, müssen sie sich in der Praxis erst bewähren. Bereits jetzt zeigt sich, da sie etwas zur Stiellähme neigen. Deshalb sollten diese neuen Klone auf schwach wachsenden Unterlagen, wie S0 4 und Binova, veredelt werden.
Sowohl der Weinbauverband Württemberg, als auch die LVWO Weinsberg sind am Aufbau beteiligt.

Dichtpflanzungen müssen unterlassen werden. Es sollte ein Standraum von 2,5 m² angestrebt werden. Bei heutigen Zeilenbreiten von 2 m, im Stockabstand nicht unter 1,2 m gehen. Auf ausreichend Magnesium im Boden achten, aber auch auf das Kali: Magnesiumverhältnis von 3:1. Während der Vegetation können magnesiumhaltige Blattdünger verabreicht werden.
Ein Halbieren der Trauben, ab Mitte Juli, verhindert Stiellähme an der Traubenspitze.

 

Der Klon Elite P ist ein klassischer roter Lemberger. Die Klone We 400G und WVW 74 sind Grüne von der LVWO und Weinbauverband. Das Diagramm oben zeigt in diesen Jahren nicht ganz den Durchschnittsertrag. Ertrag und Mostgewicht sind im 10-jährigen Mittel ähnlich.

 

 

Lemberger Lemberger

Lemberger

Klon WK II vital

Ein weiteres Projekt von Herr Keicher ist der Aufbau eines weiteren »grünen« Lemberger-Klons. In feuchten Jahren neigen die »grünen Lemberger« etwas mehr zum verrieseln und zur Stiellähme. Durch konsequente Selektion in den letzten zehn Jahren wurde der neue Klon WKII vital in der Blüte stabiler. Außerdem neigt er wegen der etwas kürzeren und runderen Spitze am Ende des Traubens weniger zur Stiellähme. Ertrag und Meneg sind vergleichbar mit unseren Standardklonen.

Der Weinsberger Klon We 400 G wurde in Eigenregie ebenfalls auf oben genannte Merkmale bonitiert und ist deshalb auch eine Aufbaustufe weiter. Erste Vermehrungen wurden 2018 gepflanzt.

Lemberger

Lemberger

Selektion Neipperg

In einer unserer Klonenvergleichsanlagen stehen zehn ausgelesene Lemberger vom gräflichen Weingut aus Neipperg. Wir sind dabei durch geziehlte Selektion die Klone auf 1-2 zu beschränken. Die Klone zeichnen sich durch einen sehr geringen Ertrag und hohe Weinqualität aus. Da die Reben nur auf Bestellung veredelt werden, müssen diese mindestens 18 Monate vor der Pflanzung bestellt werden.

Klonvergleich Burgundersorten
Bei dem Diagramm bezieht sich der Ertrag auf %-Abweichung von der Vergleichssorte. Das Mostgewicht wird in °Oe angegeben, der Fäulnisanteil in Prozent. Die Leistungsdaten stammen ausschließlich aus unseren Klonenvergleichsanlagen. Bewertung und Messungen erfolgen unmittelbar vor der Lese.
Muskattrollinger

Muskattrollinger

Muskattrollinger

Klon WVW H 25

Der Muskattrollinger ist eine alte württembergische Sorte. Die Eltern waren wahrscheinlich Muskateller und Trollinger. Reife, Ertrag und Qualität sind dem Trollinger ähnlich. In vielen Betrieben setzt sich der Muskattrollinger als Spezialität durch.
Er ist für Rotwein, Sekt, und Rosé geeignet.

 

Bild: WVW H 25


Cabernet Mithos

Cabernet Mitos

Cabernet Mitos

Klon We 650

Cabernet Mitos ging aus der Kreuzung Lemberger x Cabernet Sauvignon hervor. Die Trauben werden spät reif, deshalb werden auch hier nur gute Lagen empfohlen. Durch Wasserverlust bei Überreifen Beeren kommt es oft zur Saftkonzentrierung bei wenig Botrytisbefall. Auch hier ist der zuckerfreie Extrakt über 30 g/l.
Der Wein ist richtig dunkelrot und sehr gerbstoffbetont.

 

Bilder: Cabernet Mitos

Acolon

Acolon

Acolon

Klon We 725

Er entstand aus der Kreuzung Lemberger x Dornfelder. Der Acolon wird sehr früh reif und ist deshalb für Spätburgunder- und Schwarzriesling Lagen bestens geeignet. Der Austrieb ist spät. Es können hohe Mostgewichte erzielt werden. Die Sorte ist sehr empfindlich hinsichtlich der Kirschessigfliege.
Vom Weintyp her ist der Acolon feinfruchtig, farbintensiv und zurückhaltend in der Gerbstoffstruktur.

Cabernet Dorsa

Cabernet Dorsa

Cabernet Dorsa

Klon We 750

Cabernet Dorsa hat ebenfalls als Kreuzungseltern Dornfelder und Cabernet Sauvignon. Zum Anbau eignen sich nur gute Lagen bedingt durch die späte Beerenreife. Die hohe Reifeleistung ist beachtlich. Beim Cabernet Dorsa muss man allerdings auf die Oidiumanfälligkeit achten. Der Wein hat die Cabernet Note, eine intensive Farbe und ist sehr feinfruchtig.

Cabernet Cubin
Cabernet Dorsa

Cabernet Cubin

Klon We 675

Die Weinsberger Neuzüchtung ist eine Kreuzung aus dem Lemberger und dem Cabernet Sauvignon. Die Sorte ist etwas früher reif als der Elternteil Cabernet Sauvignon, aber in der Regel nach der Hauptlese. Zu diesem Lesezeitpunkt ist bei mittlerem Ertrag das Mostgewicht im oberen Bereich. Der Cabernet Cubin stellt ähnliche Lageansprüche wie der Trollinger.

Merlot

Merlot

Merlot

Klon 181

Hier verwenden wir den französischen Klon 181, der in der Regel auf der Unterlage Binova veredelt wird. Neue Geißenheimer Klone ab 2021.
Der 181 ist als Qualitätsklon mit einem mittleren Ertragsniveau eingestuft. So sticht er auch bei Merlot Vergleichsproben immer hervor.

Cabernet Sauvignon

Merlot

Cabernet Sauvignon

Klon 169

Der Cabernet Sauvignon hat ähnliche Eigenschaften wie sein Kind der Cabernet Cubin, stellt aber für die optimale Qualität noch höhere Lageansprüche. Der Lesezeitpunkt ist sehr spät. Wie beim Merlot oder Shyrah handelt es sich um eine so genannte Weltsorte, die in allen Weinbaugebieten zum Anbau kommt.

Neue Geisenheimer Klone ab 2021

Syrah

Merlot

Syrah

Klon 877

In Frankreich weit verbreitete Sorte. Sie stellt allerdings auch Lageansprüche an gute-sehr gute Lagen. Die Reife ist mittel-spät. Die Basisaugen sind weniger fruchtbar. Es besteht eine starke Empfindlichkeit gegen Trockenheit, Chlorose und Bortrytis. Sehr kräftige Böden meiden.

Cabernet Franc

Merlot

Cabernet Franc

Klon 214, 327

Die Sorte Cabernet franc ist der kleine Bruder vom Cabernet Sauvignon. Die Weine des 214sind weicher, runder und haben ein ausgeprägtes Brombeeren mit Veilchenaroma. Der Klon 327 ist im Aroma etwas rauherer und erdbetonter.

Neue Geisenheimer Klone kommen ab 2021.